RDPPF

ÖREB-Kataster (RDPPF): Was ist das?

Der ÖREB-Kataster — auf Französisch RDPPF — ist der amtliche Auszug, der Parzelle für Parzelle die öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen erfasst: Nutzungszonen, Schutzperimeter, Baulinien, Lärmempfindlichkeitsstufen oder Gewässerschutz. Er wird über den eidgenössischen ÖREB-Kataster publiziert und ist für alle massgebend, die kaufen, sanieren oder bauen wollen.

Definition und rechtlicher Rahmen

Der ÖREB-Kataster wurde mit dem Geoinformationsgesetz (GeoIG, SR 510.62) und der zugehörigen Verordnung über den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen geschaffen. Er fasst in einem einzigen Auszug jene Beschränkungen zusammen, die dem Grundbuch vorgehen, ohne dort immer eingetragen zu sein — in rund einem Dutzend eidgenössischer Themen wie Nutzungspläne, Planungszonen, Baulinien, Lärmempfindlichkeitsstufen, Gewässerschutzbereiche, belastete Standorte oder Wald, ergänzt um die kantonseigenen Themen.

Seine Stärke: Ein ÖREB-Auszug ist qualifiziert — die Daten stammen von den zuständigen Behörden und sind verbindlich. Seine Grenze: Er enthält nur die im Kataster formalisierten Beschränkungen. Kommunale Detailregeln wie Ausnützungsziffer, Höhen oder Grenzabstände stehen nicht zwingend darin und müssen im Nutzungsplan und in der Bau- und Zonenordnung nachgelesen werden.

Was das für Ihre Parzelle bedeutet

Vor jedem Projekt zeigt der ÖREB-Auszug, ob Ihre Parzelle in der Bauzone liegt, welche Nutzung gilt und welche öffentlich-rechtlichen Lasten sie betreffen. Er deckt etwa eine Baulinie auf, die das Bauen an der Grenze verbietet, eine Lärmempfindlichkeitsstufe mit Anforderungen an die Fassade oder einen Schutzperimeter, der Umbauten einschränkt.

Eine ÖREB-Beschränkung ist verbindlich: Sie zu übersehen führt zu Bewilligungsverweigerung oder Rückbau. Umgekehrt sichert eine Parzelle mit «sauberem» Auszug Kauf und Finanzierung ab. In einem Parcellis-Bericht werden diese Beschränkungen gelesen, verständlich übersetzt und mit dem verknüpft, was Sie tatsächlich bauen dürfen.

So erhalten Sie ihn

Der ÖREB-Auszug ist auf dem kantonalen ÖREB-Portal (erreichbar über cadastre.ch) oder das kantonale Geoportal kostenlos erhältlich — über die Adresse oder die EGRID-Nummer der Parzelle. Es gibt ihn als «statischen Auszug» (massgebendes PDF) und als dynamische Kartenansicht.

Häufige Fragen

Sind ÖREB und RDPPF dasselbe?

Nicht ganz. ÖREB ist das eidgenössische System, das den Kataster beherbergt; RDPPF ist die französische Bezeichnung desselben Auszugs für eine bestimmte Parzelle. Der Auszug heisst auf Deutsch ÖREB-Auszug, auf Italienisch estratto RDPP.

Ist der ÖREB-Auszug kostenpflichtig?

Die Online-Abfrage und der statische Auszug sind auf den kantonalen Portalen grundsätzlich gratis. Einzelne Kantone verrechnen einen beglaubigten oder elektronisch signierten Auszug.

Genügt der ÖREB-Auszug, um zu wissen, was ich bauen darf?

Er steckt den verbindlichen Rahmen ab, aber nicht das bauliche Detail. Ausnützungsziffer, Höhen und Abstände stehen in der Bau- und Zonenordnung — genau das verbindet ein Parzellenbericht.

Analysieren Sie Ihre Parzelle

Belegter Bericht: Baurechte, Auflagen und Machbarkeit — schweizweit.