Vorschriften

GEAK: der Gebäudeenergieausweis der Kantone, erklärt

Eine Etikette von A bis G für Hülle und Energie, ein Beratungsbericht bei der Plus-Variante — und in mehreren Kantonen die Bedingung für bestimmte Förderbeiträge.

3 Min. LesezeitAktualisiert am 14. August 2026
Auf dieser Seite
  1. Was der Ausweis misst
  2. GEAK und GEAK Plus: der entscheidende Unterschied
  3. Wann er obligatorisch wird
  4. Der Ausweis wird oft selbst gefördert
  5. Was der Ausweis nicht sagt
  6. Was er kostet
  7. Womit anfangen

Wer sanieren will, stösst schnell auf vier Buchstaben: GEAK. Weder ein Qualitätslabel noch eine generelle Pflicht — sondern eine energetische Bestandsaufnahme, die in mehreren Kantonen den Zugang zu bestimmten Förderbeiträgen bestimmt.

Was der Ausweis misst

Der GEAK — Gebäudeenergieausweis der Kantone, auf Französisch CECB — vergibt zwei Etiketten von A bis G. Die erste bewertet die Gebäudehülle: Dach, Fassaden, Fenster, Böden. Die zweite bewertet die Gesamtenergieeffizienz, die Heizsystem und Warmwasseraufbereitung einbezieht.

Ein Gebäude kann also bei der Hülle ein D und bei der Energie ein B erreichen, wenn es schlecht gedämmt, aber mit einer Wärmepumpe beheizt wird. Genau diese Trennung ist der erste Nutzen des Dokuments: Sie zeigt, wo das Problem liegt.

Der Ausweis wird von einer akkreditierten Fachperson erstellt, anhand von Plänen, einer Begehung und der Verbrauchsdaten. Er ist nicht selbstdeklariert.

GEAK und GEAK Plus: der entscheidende Unterschied

In Förderprogrammen wird fast immer die Plus-Variante verlangt, weil sie das Sanierungsszenario enthält und nicht nur die Diagnose.

Wann er obligatorisch wird

Eine generelle eidgenössische Pflicht besteht nicht. Die Anforderungen sind kantonal und zweierlei Art.

Einige Kantone verlangen ihn bei einer Handänderung oder beim Heizungsersatz. Häufiger ist in der Sanierung der zweite Fall: Er wird ab einer bestimmten Beitragshöhe verlangt. Der Kanton Zürich etwa fordert einen GEAK Plus, sobald der Beitrag die im Förderprogramm festgelegte Schwelle erreicht.

Der Ausweis wird oft selbst gefördert

Diesen Punkt kennen viele Eigentümer nicht: Mehrere Kantone — Waadt, Freiburg, Bern, Zürich — finanzieren die Erstellung des Ausweises ganz oder teilweise über eine eigene Massnahme ihres Gebäudeprogramms.

Das Dokument, das Förderbeiträge freischaltet, kann also selbst gefördert sein. Einzelne Kantone gehen weiter und fördern die Klassenverbesserung: Der Sprung von einer Etikette zur nächsten löst einen Beitrag aus.

Es gibt auch den umgekehrten Fall. Neuenburg fördert die Erstellung des Ausweises nicht, sondern verlangt sie: Das kantonale Energiegesetz erklärt ihn zum offiziellen Ausweis, der zu Förderbeiträgen berechtigt, und das Gebäudeprogramm verlangt ab einem bestimmten Förderbetrag einen GEAK Plus. Die Neuenburger Einzelheiten sind auf unserer Seite Gebäudeenergieausweis in Neuenburg zusammengefasst.

Was der Ausweis nicht sagt

Er beschreibt die energetische Leistung. Zum Baurecht auf der Parzelle sagt er nichts: Ausnützungsziffer, Höhen, Grenzabstände, Schutzperimeter, Lärmempfindlichkeitsstufe. Eine Aufstockung kann energetisch hervorragend und dennoch nicht bewilligungsfähig sein.

Er ersetzt auch keine Offerte. Die Beträge eines GEAK-Plus-Berichts sind Grössenordnungen zum Vergleich von Varianten, keine Unternehmerpreise.

Was er kostet

Der Preis ist frei: Er hängt von der Fachperson, der Gebäudegrösse und der Verfügbarkeit der Pläne ab. Ein Einfamilienhaus und ein Mehrfamilienhaus mit zwanzig Wohnungen sind nicht gleich zu behandeln, und ein Gebäude ohne brauchbare Pläne erfordert ein Aufmass.

Verlangen Sie deshalb eine Offerte bei einer akkreditierten Fachperson, statt sich auf einen Onlinepreis zu verlassen — und prüfen Sie vorher, ob Ihr Kanton die Erstellung fördert, was die Nettokosten verändert.

Womit anfangen

Bevor Sie einen Ausweis bestellen, lohnt es sich zu wissen, welche Beiträge Ihr Gebäude anstreben kann und welche das Dokument verlangen: Das entscheidet, ob Sie die einfache oder die Plus-Variante brauchen und ob der Ausweis bei Ihnen selbst gefördert wird.

Parcellis stellt keinen Gebäudeenergieausweis aus und ist keine akkreditierte Stelle. Wir lesen die offiziellen kantonalen Beiträge und zeigen Ihnen mit Quellenangabe, was für Ihr Gebäude gilt.