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RPG 2: Bauen ausserhalb der Bauzone 2026

Die zweite Etappe des Raumplanungsgesetzes regelt das Bauen ausserhalb der Bauzone strenger. Stabilisierungsziel, Kompensation, Abbruchprämie: was sich ändert.

3 Min. LesezeitAktualisiert am 25. Juli 2026
RPG 2: Bauen ausserhalb der Bauzone 2026
Auf dieser Seite
  1. Was das RPG 2 ist
  2. Das Stabilisierungsziel
  3. Kompensation und Abbruchprämie
  4. Was sich für Sie ändert
  5. Immer zuerst die Zone

Seit 2026 gelten für das Bauen ausserhalb der Bauzone strengere Regeln. Die zweite Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes — das RPG 2 — führt ein Stabilisierungsziel, eine Kompensationslogik und eine Abbruchprämie ein. Im Folgenden erfahren Sie, was sich für Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden ausserhalb der Bauzone ändert.

Was das RPG 2 ist

Am 29. September 2023 vom Parlament verabschiedet, ist das RPG 2 die zweite Etappe der Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes. Es betrifft im Wesentlichen das Bauen ausserhalb der Bauzone. Sein Inkrafttreten erfolgt gestaffelt: die Bestimmungen ohne Änderung am 1. Januar 2026, der Rest am 1. Juli 2026.

Das Stabilisierungsziel

Das Herzstück der Reform ist ein Stabilisierungsziel. Ausserhalb der Bauzone gilt in jedem Kanton:

  • die Zahl der Gebäude und
  • die versiegelte Bodenfläche

dürfen gegenüber dem Stand vom 29. September 2023 nur um höchstens 2 % zunehmen. Die Idee: die Zersiedelung des Raums und die Ausbreitung von Bauten ausserhalb der dafür vorgesehenen Zonen bremsen.

Kompensation und Abbruchprämie

Überschreitet ein Kanton das Ziel, drohen ihm Sanktionen: Jede zusätzliche Baute ausserhalb der Bauzone muss dann kompensiert werden — durch einen Abbruch oder durch die Entsiegelung einer Fläche, die der neu bebauten entspricht.

Parallel dazu schafft das RPG 2 ab dem 1. Juli 2026 einen Anspruch auf eine Abbruchprämie: Sie fördert die Beseitigung ungenutzter oder ungeeigneter Gebäude ausserhalb der Bauzone.

Was sich für Sie ändert

  1. Sie besitzen ein Grundstück ausserhalb der Bauzone

    Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Neubauprojekt dort bewilligt wird. Die Möglichkeiten ausserhalb der Bauzone sind neu stark eingeschränkt und hängen vom Spielraum Ihres Kantons ab.

  2. Sie besitzen ein altes Gebäude ausserhalb der Bauzone

    Sein Umbau oder sein Abbruch mit Wiederaufbau unterliegt genauen Regeln — und ein Abbruch kann neu einen Anspruch auf eine Prämie eröffnen.

  3. Sie verwechseln «bebaubar» und «in der Bauzone»

    Ein Grundstück kann gross und gut gelegen sein, ohne in der Bauzone zu liegen. Der Zonenstatus ist das Erste, was vor jedem Projekt oder Kauf zu prüfen ist.

Immer zuerst die Zone

Die Lehre aus dem RPG 2 ist zugleich eine Regel des gesunden Menschenverstands: Der Zonenstatus bestimmt alles. Ein Grundstück ausserhalb der Bauzone bietet fast nie das Potenzial, das man ihm zuschreibt, und die neuen Kompensationsauflagen verstärken diese Realität zusätzlich.

Vor dem Kauf eines Grundstücks oder der Planung einer Baute besteht die erste Prüfung also darin, unmissverständlich festzustellen, in welcher Zone sich die Parzelle befindet und was sie zulässt — ein Punkt, den wir in unseren Leitfäden zu dem, was Sie bauen dürfen und zur Prüfung eines Grundstücks vor dem Kauf im Detail behandeln.