Der Kanton Waadt hat ein neues Energiegesetz (LVLEne) verabschiedet. Es zielt auf den schrittweisen Ausstieg aus den fossilen Energien und verpflichtet zur Sanierung der grössten und energieintensivsten Gebäude. Hier erfahren die Waadtländer Eigentümerinnen und Eigentümer, was auf sie zukommt — und was sie umgekehrt nicht betrifft.
Was das neue Gesetz vorsieht
Nach anderthalb Jahren Debatten hat der Waadtländer Grosse Rat am 3. Februar 2026 die Totalrevision des kantonalen Energiegesetzes (LVLEne) verabschiedet. Sein Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Das erklärte Ziel: einen Beitrag zu −60 % Treibhausgasemissionen bis 2030 leisten.
Wer muss sanieren, und bis wann?
Die Sanierungspflicht betrifft die energieintensivsten und grössten Gebäude:
| Gebäude | Pflicht |
|---|---|
| Über 750 m² (EBF), GEAK-Klasse G | Sanierung bis 2037 |
| Über 750 m² (EBF), GEAK-Klasse F | Mindestens Klasse D bis 2042 erreichen |
| Unter 750 m² (Einfamilienhaus, kleines Gebäude), Klasse F/G | Keine Pflicht zur Sanierung der Gebäudehülle |
Was das konkret bedeutet
Die GEAK-Klasse Ihres Gebäudes kennen
Alles beginnt damit. Ein GEAK legt die Energieklasse (A bis G) fest und bestimmt, ob die Sanierungspflicht für Sie gilt.
Die Fläche bestimmen (EBF)
Der Schwellenwert von 750 m² Energiebezugsfläche trennt die pflichtigen von den ausgenommenen Gebäuden. Ein Mehrfamilienhaus kann ihn überschreiten, ohne dass man es vermutet.
Vor dem Termin planen
Eine Sanierung will vorbereitet sein: Diagnose, Etappierung, Förderungen. Die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer tun gut daran, 2037/2042 vorwegzunehmen, statt den Termin zu erleiden.
Sanieren und aufwerten: beides zusammen denken
Für die Waadtländer Eigentümerinnen und Eigentümer ist die energetische Sanierung auch eine Gelegenheit, die Liegenschaft aufzuwerten. Eine umfassende Renovation kann der richtige Moment sein, um eine Aufstockung oder eine Erweiterung zu erwägen — sofern die Zone, die Ausnützungsziffer und das Bauvolumen es zulassen.
Die Renovationshilfen sind im Kanton beträchtlich (das Waadtländer Gebäudeprogramm mobilisiert jedes Jahr Dutzende von Millionen), doch sie sagen nichts über das Baupotenzial Ihres Grundstücks aus. Bevor Sie zwischen der Renovation des Bestehenden und dem Bau von mehr abwägen, bleibt die entscheidende Grösse das, was Ihr Grundstück tatsächlich zulässt — belegt durch offizielle Quellen.
