Heizöl ist in der Schweiz auf Bundesebene nicht verboten. Aber wenn Ihr Heizkessel ausfällt, entscheidet nicht Bern darüber, was Sie wieder einbauen dürfen: Es ist Ihr Kanton. Und von Kanton zu Kanton reicht der Ersatz einer fossilen Heizung durch eine andere von «an Bedingungen geknüpft» bis «schlicht verboten». Ein Überblick.
Kein Bundesverbot, aber strenge Kantone
Auf Bundesebene verbietet 2026 nichts das Heizöl. Es sind die kantonalen Energiegesetze — welche die MuKEn umsetzen —, die den Ersatz regeln. Unter dem alten Muster (MuKEn 2014) setzte der Ersatz eines fossilen Heizkessels durch einen anderen in der Regel voraus, mindestens 10 % des Bedarfs mit erneuerbarer Energie zu decken oder die Dämmung zu verbessern. Die MuKEn 2025 verschärfen die Logik: Beim Ersatz wird auf erneuerbar umgestellt.
Überblick nach Kanton
| Kanton | Beim Ersatz einer fossilen Heizung |
|---|---|
| Basel-Landschaft | Am strengsten: Einbau von Ölheizkesseln ab 2026 verboten, auch beim blossen Ersatz |
| Basel-Stadt | Einbau fossiler Heizungen bei Sanierungen verboten; geplanter Gasausstieg |
| Zürich | Pionier: neue Ölheizkessel im Bestand seit 2022 faktisch verboten |
| Genf | Fossil im Neubau verboten seit 2020; Ersatz durch erneuerbare Energie beim Wechsel |
| Waadt | Schrittweiser Ausstieg aus dem Fossilen über das neue Gesetz (LVLEne) |
| Bern | Flexiblerer Ansatz: kein Ausstieg aus dem Gasnetz, angestrebter Übergang zu erneuerbaren Gasen |
Die gemeinsame Grundlage: die MuKEn 2025
Unabhängig vom Kanton ist die Richtung dieselbe: Sobald eine fossile Anlage ersetzt wird, muss die ersetzende Lösung erneuerbar sein (Wärmepumpe, Holz, Wärmenetz). Die Einzelheiten zu Lösungen und Förderungen sind in unserem Leitfaden zum Ersatz einer fossilen Heizung ausgeführt; die Fälle Genf und Waadt werden in den Leitfäden Genf: IDC und Sanierung und Waadt: neues Energiegesetz behandelt.
Was tun, wenn der Ersatz näher rückt
Vor dem Ausfall vorausplanen
Ein Heizkessel, der im Winter ausfällt, lässt wenig Spielraum. Vorausplanen ermöglicht es, die beste erneuerbare Lösung zu wählen — und ein Fördergesuch zusammenzustellen.
Die kantonale Regel prüfen
Je nach Kanton ist der gleichwertige Ersatz an Bedingungen geknüpft … oder verboten. Die lokale Regel bestimmt Ihre Optionen.
Die Förderungen abschätzen
Der Umstieg auf erneuerbare Energie wird gefördert. Schätzen Sie Ihre Förderungen mit dem Förderrechner ab, bevor Sie Offerten einholen.
Ein Heizungsersatz ist auch ein guter Moment, um weiter vorauszuschauen: Falls Sie längerfristig eine Erweiterung oder eine Aufstockung ins Auge fassen, hängt die Dimensionierung des neuen Systems davon ab. Zu wissen, was Ihre Parzelle zulässt, verhindert, dass Sie heute eine Anlage einbauen, die Ihre Projekte morgen ungeeignet machen.
